Werde jetzt Teil der großen Community von Motorsport-Total.com auf Facebook, diskutiere mit tausenden Fans über den Motorsport und bleibe auf dem Laufenden!
Wirbelbruch bei Formel-4-Crash: Wie Fellers Karriere beinahe mit 15 endete
Wie sich Abts DTM-Sieger Ricardo Feller 2016 in Oschersleben bei einem Formel-4-Crash schwer verletzte, wieso der Unfall Geld sparte und er danach schneller war
(Motorsport-Total.com) - Vergangenes Wochenende holte Abt-Audi-Pilot Ricardo Feller in Zandvoort seinen zweiten DTM-Sieg - und ist nun als Zweitplatzierter auch in der Meisterschaft plötzlich in aussichtsreicher Position. Die wenigsten wissen aber, dass die Karriere des 23-jährigen Schweizers 2016 beinahe vorbei gewesen wäre.
© Alexander Trienitz
Ricardo Feller beim Unglücks-Wochenende 2016 in Oschersleben im Formel-4-Auto Zoom
Denn acht Tage nach seinem 15. Geburtstag brach sich der damalige Rookie Feller bei bei einem Formel-4-Rennen in Oschersleben einen Brustwirbel. "Der Unfall war äußerst unspektakulär", erinnert er sich im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' an die Ereignisse des 9. Juni 2016 in der neunten Runde.
"Mein Gegner hat mir in einem Zweikampf wenig Platz gelassen und ich musste durchs Kiesbett ausweichen", so Feller. "Ich bin dann in Kurve 1 die alte Streckenvariante gefahren, bin über so einen Bananenrandstein kurz abgehoben und habe mit dem Chassis aufgesetzt. Das hat einen Wirbelbruch verursacht."
"Erstes Mal Heli-Fliegen hätte ich mir anders vorgestellt"
Der Unfall im Rennen, an dem neben Mick Schumacher und Sophia Flörsch auch sein heutiger DTM-Rivale Thomas Preining teilnahm, hatte sich kurz nach dem Ende der Safety-Car-Phase ereignet. Feller war danach ansprechbar, wurde samt Fahrersitz geborgen und mit dem Rettungshubschrauber in ein Magdeburger Krankenhaus transportiert.
Wie ernst die Lage war? "Das war nicht ohne", antwortet Feller. "Mein erstes Mal Heli-Fliegen hätte ich mir anders vorgestellt, denn ich habe von der Aussicht nichts mitgekriegt. Und ich hatte am Anfang ein bisschen Probleme mit der Atmung. Vielleicht aber auch mehr wegen des Schocks, denn ich war zu diesem Zeitpunkt noch ziemlich jung."
Ähnlich lange Genesungszeit wie bei Lucas Auer
Feller landete sofort auf der Intensivstation. "Dort habe ich ein bisschen Zeit verbracht", erzählt er. "Man hat gemerkt: Man kann gar nicht operieren, sondern muss es ausheilen lassen - und ich darf mich nicht anstrengen. Ich habe mich wirklich drei Monate geschont und jegliche Belastungen vermieden."
© ADAC Motorsport
Nach den Anfängen im Kartsport wechselte der 15-jährige Feller in die Formel 4 Zoom
Erinnerungen an DTM-Fahrerkollege Lucas Auer werden wach, der sich Ende Januar 2023 in Daytona Wirbelbrüche im Lendenbereich zuzog und ebenfalls drei Monate zur Genesung benötigte, eher er sein Comeback im Rennauto gab. Auer wurde allerdings im Gegensatz zu Feller operiert. Der spürt heute keine Nachwirkungen mehr: "Es ist alles perfekt verheilt."
Und obwohl er damals drei Rennwochenenden verpasste und erst beim Saisonfinale in Hockenheim Anfang Oktober - also fast vier Monate nach dem Crash - wieder in den Formel-4-Boliden des Mücke-Teams kletterte, sieht er die Ereignisse heute positiv.
Fellers Comeback im Formel-4-Auto: "Nach Unfall schneller"
"Der Unfall kam zum richtigen Zeitpunkt, denn so haben wir drei Rennen gespart", sagt er. "Ich zweifle daran, dass wir bis zum Ende hätten durchfahren können, denn es wären Kosten auf uns zugekommen, die wir am Anfang gar nicht im Blick hatten. Meine Familie hat keinen Motorsport-Hintergrund", sagt Feller, dessen Vater in Suhr in der Schweiz ein Autohaus betreibt.
Und so kam es, dass Feller seine letzten drei Formel-Rennen absolvierte, ehe er aus finanziellen Gründen in den GT-Sport wechselte und bei einer Audi-Sichtung entdeckt wurde.
"Es war aber gut, dass ich zu Saisonende noch zwei, drei Rennen fahren konnte", erinnert er sich an seinen letzten Formel-Auftritt. "Da habe ich noch einen Schritt gemacht, denn es war ein richtiges Lernjahr für mich. Ich war nach dem Unfall schneller."
Neueste Kommentare
Erstellen Sie jetzt den ersten Kommentar