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Sauber: Wenn die Katze aus dem Haus ist...
Kobayashi und Perez unter den Top 5, Motorenpartner Ferrari ein Schnippchen geschlagen, das wahre Potenzial gezeigt - Peter Sauber war nicht live dabei
(Motorsport-Total.com) - Wer am Samstag in Spa-Francorchamps im Fahrerlager auf der Suche nach guter Laune war, der war mit einem Besuch bei der Sauber-Mannschaft gut beraten. Ein breites Grinsen hatte auch die Geschäftsführerin und designierte Teamchefin Monisha Kaltenborn auf den Lippen. Mit Frauenpower läuft es bei den Schweizern offensichtlich einfach besser, schließlich ist Noch-Boss Peter Sauber wie schon an anderen guten Wochenenden seines Teams in Belgien nicht am Rennplatz.

© xpbimages.com
Kobayashi: Das Potenzial für Topresultate war schon zuvor vorhanden Zoom
Manch frevelhafte Frage quittiert die tanzende Maus Kaltenborn in Abwesenheit der Katze mit einem Lächeln: "Es zeigt doch nur, wie gut er uns vorbereitet hat, dass wir das auch ohne ihn hinbekommen", so die Österreicherin, die nach dem Qualifying Rapport über Rang zwei für Kamui Kobayashi und Platz fünf durch Sergio Perez erstatte. "Wir haben telefoniert und er war sehr glücklich. Er hat aber nichts über das nächste Rennen gesagt", macht Kaltenborn eine Anspielung.
Wahres Potenzial gezeigt
Stattdessen hätte Sauber den Samstag als "großen Erfolg" und den "Beweis dafür, dass die Ingenieure in Hinwil die richtige Richtung eingeschlagen haben", bezeichnet. Und auch Kaltenborn unterstreicht: "Es ist so wichtig für das Team, so zurückzukommen, gerade im ersten Rennen nach der Sommerpause. So häufig haben wir gesagt, dass das Auto das Potenzial besitzt und oft hat man es aufblitzen sehen." Häufig kam den Weißen dabei jedoch etwas in die Quere.
Technische Defekte wie in Monaco, Strategiefehler wie in Silverstone oder verkorkste Runden: "Ein Fehler von uns, der Fahrer oder es war einfach nur Pech", erinnert sich Kaltenborn. "Das zeigt jetzt, dass wenn wir alles hinbekommen, wir an der Spitze mitfahren können. Jetzt haben wir die richtige Position, um das Potenzial auch im Rennen zeigen zu können." Aber was heißt das konkret? Ist Sauber etwa reif, um nach dem ersten Grand-Prix-Erfolg als Privatteam zu greifen?
Schlagen die Imperien im Rennen zurück?
Im Lager der Schweizer heißt es Ruhe und Routine bewahren. "Wir bereiten uns vor wie immer, aber wir sind in einer ganz anderen Ausgangsposition und müssen uns nicht durch das Feld kämpfen, wie es noch war, als wir auf Platz 15 oder 16 standen", erinnert die Geschäftsführerin und schielt auf den ganz großen Coup: "Aus diesen Positionen ist alles möglich, selbst ganz nach vorne zu fahren. Aber das hängt von so vielen anderen Dingen ab, die nicht in unserer Macht stehen."
Gemeint sind damit nicht zuletzt auch die Gegner, schließlich lauern hinter Sauber Kaliber wie Fernando Alonso, Lewis Hamilton oder Sebastian Vettel. "Wir wissen, dass es sehr gute Teams gibt und sie schon großartige Leistungen gezeigt haben. Wir lehnen uns nicht zurück, sondern sind darauf gefasst, dass sie uns angreifen werden." In Spa jedoch befindet sich Sauber in der komfortablen Situation, sowohl Kobayashi als auch Perez an der Spitze zu haben.
Ferrari düpiert, Attraktivität gestärkt
"Das ist uns in der Vergangenheit nicht häufig gelungen", merkt Kaltenborn an. "Es erlaubt uns, verschiedene Strategien in Erwägung zu ziehen." Ganz nebenbei bedeutet die japanisch-mexikanische Co-Produktion von Erfolg auch, dass Sauber seinen Motorenpartner Ferrari auf ganzer Linie ein Schnippchen geschlagen hat. "Wir haben die gleichen Motoren, aber die sind nur ein Faktor. Mit einem Vergleich sollte man sehr vorsichtig sein", bremst die designierte Teamchefin.
Und in dieser Position muss sie auch ein Auge auf den kommerzieller Erfolg des Formel-1-Teams werfen: "Gute Leistungen helfen immer", weiß Kaltenborn. "Es ist aber nicht so, dass nach einem guten Resultat oder einem Podium zehn Leute an die Tür klopfen und einen Vertrag unterzeichnen wollen. Am Ende des Tages kommt es aber immer auf die Leistung an, wenn man Partner für sich gewinnen will." So gesehen dürfte Sauber am Samstag kräftig die Werbetrommel gerührt haben.

