Wenn es anders kommt als geplant: Wir stellen in dieser Fotostrecke ausgewählte Formel-1-Träume vor, die - aus den unterschiedlichsten Gründen - geplatzt sind
Michael Andrettis Formel-1-Traum hat sich nach langer Wartezeit doch noch erfüllt. So viel Glück wie er hatte allerdings nicht jeder. Unsere Fotostrecke nennt Beispiele aus der Formel-1-Historie, bei denen große Träume geplatzt sind wie Seifenblasen!
Lange Zeit sieht es danach auch bei Andretti aus. Das US-Team will zur Saison 2025 gemeinsam mit GM-Marke Cadillac in die Formel 1 einsteigen. Der Automobil-Weltverband (FIA) erteilt offiziell die Startfreigabe, aber ...
... Monate später legt die Formel 1 ein Veto ein: Basierend auf den Bewerbungsunterlagen habe Andretti keine Aussicht auf Erfolg, und nur mit Erfolg könne das Team der Formel 1 wirklich einen "Mehrwert" bieten. Die Bewerbung sei daher abzulehnen, so die Rennserie. Erst einige Zeit später bekommt Cadillac doch noch einen Startplatz.
Schon 2010 hat sich mit USF1 ein weiteres US-amerikanisches Team für den Formel-1-Einstieg beworben - und den Zuschlag erhalten. Kurz vor Saisonstart aber gerät der Rennstall in finanzielle Schieflage, muss das Projekt wenig später komplett aufgeben. Das zieht eine sechsstellige Geldstrafe und eine Sperre nach sich.
Anders als USF1 hat Zoran Stefanovic fertige Fahrzeuge, nämlich die früheren Werksautos von Toyota, die er als Privatier unter dem Namen StefanGP einsetzen will. Er verschifft sogar Material zum Saisonauftakt nach Bahrain, aber eine Startfreigabe erhält StefanGP 2010 nicht. Auch nicht 2011 und ebenfalls nicht 2015 oder 2019.
Doch nicht nur findige Geschäftsleute versuchen es in der Formel 1, auch deutsche Großkonzerne. BMW etwa entwirft zu Beginn der 1990er-Jahre den S192 und will als Werksteam einsteigen. Aus unklaren Gründen aber bricht BMW das Projekt noch in der Entwicklungsphase ab. Über Umwege landet das ursprüngliche BMW-Fahrzeugdesign mit ...
... Hinterbänkler-Team Andrea Moda schließlich doch noch in der Formel 1, als S921. Damit aber fährt der Rennstall gnadenlos hinterher. Und weil Teamboss Andrea Sassetti noch einige krumme Dinger dreht, fliegt das Team 1992 kurz darauf aus der Meisterschaft. BMW wiederum ...
... kommt 2000 als Motorenhersteller in die Formel 1 und übernimmt 2006 das Privatteam Sauber, um es zum Werksteam zu machen. Nach 2009 aber zieht sich die Marke aus München plötzlich zurück und aus BMW-Sauber wird wieder Sauber, das Privatteam.
Etwas weniger dramatisch verläuft die Sache zu Beginn der 1990er-Jahre bei Mercedes: Für 1992 will die Sternmarke in die Formel 1, zieht mit Frentzen, Schumacher und Wendlinger schon Nachwuchsfahrer heran, stolpert dann aber über Sparmaßnahmen im Konzern - und muss das Projekt aufgeben. Erst ...
... 2010 gibt es das lange geplante Mercedes-Werksteam (mit Schumacher!), nachdem der Hersteller zuvor über viele Jahre als Motorenlieferant aufgetreten ist und mehrere Titel mit McLaren als Semi-Werksteam gewonnen hat. Und ab 2014 dominiert Mercedes die Formel 1 schier nach Belieben!
Ob Mercedes dann auch in Vietnam gewonnen hätte? Werden wir nie erfahren! Denn erst kommt dem neuen Stadtkurs in Hanoi 2020 die Corona-Pandemie dazwischen, dann Korruptionsvorwürfe gegen den Promoter. Ergebnis: Die Strecke ist fertig, aber die Formel 1 bleibt fern. Der Grand-Prix-Traum in Vietnam platzt genauso wie ...
... ein Stadtrennen mit New York als Kulisse. Die Strecke in New Jersey wird über Jahre geplant, der Grand Prix immer wieder verschoben - und schließlich komplett gestrichen. 2016 taucht der "Grand Prix of America" gar nicht mehr im provisorischen Kalender auf. Das Rennen ist Geschichte. Und die Formel 1 ab 2012 in Austin am Start. In ...
... Zhuhai dagegen ist alles bereit für die Formel 1, die 1999 erstmals in China fahren soll. Tut sie aber nicht, weil bestimmte Voraussetzungen kurzfristig doch nicht erfüllt sind. Erst fünf Jahre später ist es soweit, dann in Schanghai: Auf dem Shanghai International Circuit gibt die Formel 1 2004 ihr China-Debüt. Andernorts ...
... nehmen manche Fahrer zwar am Rennwochenende teil, aber Grands Prix bestreiten sie nie. Prominentestes Beispiel dafür ist der Italiener Claudio Langes, der 1990 verzweifelt versucht, den EuroBrun ER189B zu qualifizieren - und bei allen 14 Versuchen scheitert. Er fährt nie ein Formel-1-Rennen, genau wie ...
... Perry McCarthy 1992 bei Andrea Moda, wovon vorhin schon die Rede war. Das Team sabotiert McCarthy von Anfang an, lässt ihn häufig zu lange an der Box stehen und kurz vor Schluss mit Regenreifen rausfahren - im Trockenen! Technisch ist sein Auto höchstens eine Resterampe - und McCarthy nach zehn "Versuchen" völlig entnervt. Anders ...
... Gabriele Tarquini: Er fährt zwar einige Formel-1-Rennen, sitzt aber nur in unterlegenem Material. Und verpasst deshalb insgesamt 40 Grands Prix, weil er im (Pre-) Qualifying zu langsam ist. Auch sein großer Formel-1-Traum erfüllt sich nicht. Dafür brilliert Tarquini im Tourenwagen und wird 2009 Weltmeister.
Wenn es anders kommt als geplant: Wir stellen in dieser Fotostrecke ausgewählte Formel-1-Träume vor, die - aus den unterschiedlichsten Gründen - geplatzt sind