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Hirvonen braucht mehr Routine auf Asphalt

17. August 2008 - 20:34 Uhr

Mikko Hirvonen musste bei der Deutschlandrallye mit Rang vier die WM-Führung abgeben - Jari-Matti Latvala Neunter

Mikko Hirvonen
Mikko Hirvonen muss auf Asphalt noch mehr Routine bekommen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Mikko Hirvonen und Jarmo Lehtinen sicherten dem Ford-Team trotz eines Zwischenfalls auf der zweiten Etappe Platz vier bei der Rallye Deutschland, dem zehnten von 15 Läufen zur Rallye-Weltmeisterschaft. Hirvonens Pech ermöglichte Markenkollege François Duval die Fahrt auf Rang drei. Die zweite Werkspaarung Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila kam nach einem schwierigen Wochenende noch auf Platz neun.

Durch den Sieg von Hirvonens Dauerrivale Sébastien Loeb wechselte zum sechsten Mal in dieser Saison die Führung in der Fahrer-WM. Der Franzose liegt bei noch fünf ausstehenden Läufen allerdings bloß vier Punkte vor dem finnischen Ford-Werkspiloten. In der Markenwertung rangiert das Ford-Team mit nur acht Zählern Rückstand auf Citroën auf Rang zwei.

Die Citroëns waren nicht zu knacken

Die Neuauflage des Duells um die Führung in den beiden WM-Wertungen rund um Deutschlands älteste Stadt nahm für Hirvonen/Lehtinen einen erfreulichen Auftakt: "Am Freitag gelangen mir einige gute WP-Zeiten", berichtete der 28-Jährige. "Mit ein bisschen mehr Routine werde ich bald auch auf Asphalt um Spitzenplätze kämpfen können - die beiden Fahrer vor mir lagen aber außer Reichweite."

"Auf der Jagd nach Duval war ich am Limit."
Mikko Hirvonen

Am Samstag ereilte den zwischenzeitlichen Zweiten dann das Pech: Auf der letzten Prüfung des Tages kostete ihn ein Reifenschaden rund 45 Sekunden. Sein belgischer Markenkollege François Duval (Stobart) zog vorbei auf Rang drei. Auf der letzten Etappe griff der Finne noch einmal mit vollem Risiko an, verpasste das Podium aber letztlich um 10,1 Sekunden.

"Auf der Jagd nach Duval war ich am Limit", gab Hirvonen zu. "In einer Kurve hätte es uns fast erwischt: In unserem Gebetbuch stand 'leicht cutten', doch ich habe heftig gecuttet. Dabei hätte es das Auto fast ausgehebelt - wir sind bei hohem Tempo ziemlich lang auf zwei Rädern gefahren. Auf der vorletzten Prüfung habe ich dann gesehen, dass wir François nicht mehr einholen können und habe Platz vier sicher nach Hause gebracht."

Schrecksekunden bei Latvala

Teamkollege Latvala erlebte noch größere Schrecksekunden: Auf Platz fünf liegend, überschlug er sich mit seinem Ford Focus RS WRC am Samstag. Die Aufholjagd vom zehnten Platz wurde durch einen Reifenschaden am Sonntag gebremst - mehr als Rang neun war nicht mehr drin.

"Die zweite und dritte Etappe waren Alpträume."
Jari-Matti Latvala

"Ärgerlich", bilanzierte der 23-jährige Finne. "Wir sind gut gestartet, und das Auto fühlte tadellos gut an. Doch die zweite und dritte Etappe waren Alpträume. Immerhin konnte ich weitere Erfahrung auf Asphalt sammeln. Außerdem zeigte mir diese Rallye, wie wichtig die mentale Vorbereitung ist. Daran werde ich nun auch im Hinblick auf die Rallye Neuseeland arbeiten. Und ich werde vor der nächsten Asphalt-Rallye im Oktober in Spanien noch intensiv auf diesem Untergrund trainieren."

Der dritte Werkspilot Khalid Al Qassimi aus Abu Dhabi und sein Beifahrer Michael Orr brachten ihren Ford Focus RS WRC als 14. zur Zielrampe direkt vor der römischen Porta Nigra in Trier.

WM-Führung soll zurückerobert werden

Teamchef Malcolm Wilson bilanzierte: "Wir starteten gut in die Rallye, besonders Mikko zeigte am Freitag eine unglaubliche Leistung. Aber mangelnde Asphalt-Erfahrung sowie die ständig wechselnden Straßenbeläge dieser schwierigsten aller Asphalt-Rallyes verhinderten eine größere Punkteausbeute. Immerhin haben die Fahrer hier viel gelernt, was ihnen bei den noch kommenden zwei Läufen auf diesem Untergrund zugute kommen wird."

Mark Deans, Motorsport Direktor von Ford Europa, blickt bereits voraus auf den nächsten WM-Lauf, die Rallye Neuseeland: "Wir haben hier die Führung in der Marken-WM abgegeben, doch in zwei Wochen werden die Karten wieder neu gemischt. Die neuseeländischen Schotterwege liegen unseren Fahrern besser. Unser Ziel lautet, die WM-Führung umgehend zurückzuerobern."

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