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ALMS: BMW will auf den amerikanischen Markt

01. August 2008 - 11:10 Uhr

Während die Zukunft in der WTCC noch immer nicht hundertprozentig geklärt ist, freut man sich bei BMW schon auf das ALMS-Engagement

BMW M3
BMW wird den spektakulären M3 GTR in der ALMS an den Start schicken
© BMW

(Motorsport-Total.com) - Ab 2009 wird BMW wieder in der American Le-Mans-Serie (ALMS) an den Start gehen - und zwar mit Werksunterstützung für das Rahal/Letterman-Team von Bobby Rahal, das die Einsätze koordinieren soll. In die aktuelle Test- und Entwicklungsphase ist auch Schnitzer noch involviert, das deutsche Team wird aber mit den Renneinsätzen nichts zu tun haben.

Die Entscheidung, wieder ins Sportwagengeschäft einzusteigen, hat mehrere Gründe: Einerseits gibt es in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) derzeit hinter den Kulissen Turbulenzen wegen des Reglements, sodass ein zweites Standbein nicht schaden kann. Zweitens ist man mit der ALMS wieder auf dem so wichtigen nordamerikanischen Markt vertreten. Drittens kann der M3 GTR theoretisch auch irgendwann bei den 24 Stunden von Le Mans an den Start geschickt werden, wo BMW 1999 mit dem V12 LMR gewonnen hat.

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Viele Gründe für ein ALMS-Engagement

"Le Mans", erklärte BMW Motorsport Direktor Mario Theissen kürzlich im Rahmen der Formel 1, "ist sehr teuer. Man kann nicht Le Mans und Formel 1 parallel betreiben, es macht auch keinen Sinn. Ich würde Le Mans aber sehr hoch einschätzen vom Prestige her, vor allem in Japan. Und die Chance, das gleiche Auto in den USA einzusetzen, war sehr verlockend. Die Formel 1 ist in den USA nämlich nicht so populär, aber die USA sind unser größter Markt. Aus diesem Grund gehen wir jetzt mit dem M3 GTR in die ALMS."

Verwundert über eine solche Argumentation zeigte sich NASCAR-Vizepräsident Robbie Weiss im Interview mit 'Motorsport-Total.com'. Der Amerikaner hielte es für sinnvoller, den US-Markt mit einem NASCAR-Engagement in Angriff zu nehmen als mit der weit weniger populären ALMS: "Ohne jetzt über andere Serien sprechen zu wollen", unkte er in Richtung BMW, "aber wenn das der einzige Plan ist, um am US-Markt eine bedeutende Position zu erlangen..."

Warum NASCAR kein Thema ist

Doch NASCAR kann für BMW gar keine ernsthafte Option sein, weil dort nicht die Technik, sondern die Fahrer die Stars sind. Für BMW steht jedoch im Vordergrund, hervorragende deutsche Technologie zu promoten - und dafür gibt es in Nordamerika derzeit kaum ein besseres Schaufenster als die ALMS, zumal man sich dort auch mit der deutschen Konkurrenz von Audi und Porsche messen kann. Und: In der ALMS könnte man auch Kundensportprogramme ins Leben rufen.

Derzeit fahren weltweit 160 private 3er Rennen. Theissen: "Das ist unsere Philosophie: Wir entwickeln ein Auto, das wir werksseitig einsetzen können, aber wir verkaufen es auch an jedes Privatteam. Im Moment ist die WTCC die Königsklasse des 2,0-Liter-Tourenwagensports. Wir sind über die aktuelle Situation unglücklich, denn mit dem Turbodiesel und dem Benziner gibt es einen Konflikt, den die FIA lösen muss. Dann werden wir uns entscheiden, wie es für BMW in der WTCC weitergehen soll."

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