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Soucek: Mit Disziplin in die Formel 1?

07. August 2008 - 14:45 Uhr

Andy Soucek sieht in der GP2 derzeit immer noch den einzigen Weg in die Formel 1 - "Kompetenz und Konkurrenz sind dort sehr hoch"

Andy Soucek
Andy Soucek ist in Ungarn erstmals in dieser Saison aufs Podium gefahren
© GP2

(Motorsport-Total.com) - Der Austrospanier Andy Soucek hatte 2008 einen turbulenten Saisonstart: Bei Fisichella hat man ihn trotz eines gültigen Vertrages wenige Tage vor dem ersten Rennen auf die Straße gesetzt, um Platz für einen finanzkräftigeren Piloten zu haben. Doch Soucek kam für ein kurzes Intermezzo bei Super Nova unter, wechselte dann zu DPR und kehrte schließlich im Juni endgültig zu Super Nova zurück. Dort fühlt er sich inzwischen richtig wohl und holte am vergangenen Wochenende in Ungarn seinen ersten Podiumsplatz der Saison.

Der GP2 gilt Souceks volle Konzentration. "Derzeit ist der Weg in die Formel 1 immer noch die GP2", sagte er im Interview mit unseren Kollegen von 'motorline.cc'. Gedanken über die neue Formel 2 oder andere Rennserien macht sich der Austrospanier nicht: "Wenn man etwas fährt, in meinem Fall jetzt die GP2, muss man sich darauf konzentrieren, denn es ist eine sehr schwierige Rennserie, in der man als Fahrer wirklich alles geben muss. Wo man also wirklich nur für die GP2 leben muss. Man kann nichts anderes machen. Weil die Kompetenz und die Konkurrenz sehr groß sind."

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Kommen nur Sieger in die Formel 1?

Das Ziel Formel 1 hat Soucek nicht aus den Augen verloren. Auch wenn Landsmann Gerhard Berger als Mitbesitzer von Toro Rosso erst kürzlich gesagt hat, dass er derzeit keinen Österreicher direkt vor der F1-Türe sehen würde. "Das sagt er wahrscheinlich, weil er nicht weiß, dass ich Österreicher bin", kommentierte Soucek lachen. "Nein, das war natürlich nur ein Scherz. Er hat schon Recht irgendwie, glaube ich. Man muss schon die GP2 gewinnen, um garantiert in die Formel 1 zu kommen."

"Die GP2 hat ein sehr hohes Niveau - ich würde sagen genauso hoch wie die Formel 1."
Andy Soucek

Möglich wäre das aber auch, "wenn man in der GP2 einen guten Job liefert - da gibt es, so glaube ich, keinen Standard, wo man sagt: 'Entweder du gewinnst oder du hast nichts mehr zu tun'. 26 Fahrer können nicht gewinnen - und alle 26 sind sehr gut vorbereitet und können auch in einem Formel-1-Team einen guten Job erledigen. Natürlich: Wenn sie den besten Fahrer haben wollen, dann gehen sie das wenigste Risiko ein, wenn sie den Gewinner der GP2 herausholen. Aber die GP2 hat ein sehr hohes Niveau - ich würde sagen genauso hoch wie die Formel 1."

GP2-Piloten haben es teilweise schwerer

Dabei haben es die GP2-Piloten laut Soucek sogar noch schwerer als ihre Formel-1-Kollegen: "Die F1-Piloten haben drei sehr lange freie Trainingseinheiten vor dem Qualifying, jedes Training dauert 90 Minuten - die haben da überhaupt keinen Druck in diesem Free Practice. Und wenn dann das Qualifying kommt, dann wissen sie ganz genau, was sie machen müssen, weil sie schon fünf Stunden vorher getestet haben. Wir in der GP2 haben ein Free Practice und ein Qualifying zu je 30 Minuten, wo die Reifen nur zwei Runden lang gut sind. Und dann kommen wir vielleicht zu einer Rennstrecke, die wir nicht kennen oder wo wir nicht sehr viel Erfahrung haben - und die ersten zwei Runden sind die schnellsten."

"In der GP2 musst du als Fahrer unbedingt sehr, sehr diszipliniert sein!"
Andy Soucek

Deshalb müsse man als GP2-Fahrer "so konzentriert, so gut vorbereitet sein, um eben in diesen zwei Runden keinen Fehler zu machen, sonst ist das ganze Wochenende vorbei", erklärte Soucek weiter. "Deshalb denke ich auch: Ja gut, Formel 1-Fahrer sind Heroes, sie bekommen für ihren Job Geld, sie haben sicher auch in den Kategorien vor der Formel 1 einen guten Job gemacht - aber in der GP2 musst du als Fahrer unbedingt sehr, sehr diszipliniert sein!"

Sehr diszipliniert - das will er in der restlichen Saison auch weiter sein. Und das Thema Fisichella hat er - weitgehend - abgehakt: "Ich glaube, man muss im Motorsport die Realität erkennen, in der man sich im Moment gerade befindet. In diesem Moment bin ich in einer sehr guten Position, da ich in einem sehr guten Team fahre. Die Sache mit Coloni und Fisichella Motorsports ist schon vorbei - in dem Sinne, als dass ich das bereits vergessen habe. Ich muss mich aufs Fahren konzentrieren - und im Fall Fisichella sind meine Rechtsanwälte tätig, da wird jetzt in Italien prozessiert." Denn schließlich will er sein Geld zurück, dass er in FMS gesteckt hatte.