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GP2-Titelkampf spitzt sich zu

02. August 2008 - 22:18 Uhr

Weil Giorgio Pantano wieder gepatzt und Bruno Senna gleichzeitig brilliert hat, ist der Abstand im Titelrennen auf neun Punkte geschrumpft

Bruno Senna
Selten hat sich Bruno Senna so über einen dritten Platz gefreut wie heute
© GP2

(Motorsport-Total.com) - Eigentlich schien der Titelkampf in der GP2-Serie schon fast entschieden zu sein, denn an den vergangenen drei Rennwochenenden holte Giorgio Pantano jeweils mehr Punkte als sein einzig ernstzunehmender Verfolger Bruno Senna. Heute am Hungaroring leistete sich Pantano aber eine Nullrunde, durch die Senna wieder aufschließen konnte.

Der iSport-Brasilianer mit dem berühmten Namen lieferte nämlich eine seiner besten Leistungen ab und schob sich gleich in den ersten beiden Kurven vom achten Startplatz an vier Konkurrenten vorbei. Als später dann auch noch Vitaly Petrov an die Box abbiegen musste, lag er plötzlich auf Podiumskurs. Pantano stolperte indes nach einer Kollision mit Grosjean zu Beginn von einem Zwischenfall in den nächsten. Neuer Abstand zwischen den beiden: nur noch neun Punkte.

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Schlechtester Startplatz, starkes Rennen

"Ich bin wirklich zufrieden", strahlte Senna. "Platz acht war meine schlechteste Startposition der Saison in einem Samstagsrennen - und das noch dazu in Ungarn, wo man kaum überholen kann. Ich hatte aber eine sensationelle Traktion von der Linie weg und erwischte den Windschatten von einigen Gegnern. Ich blieb außen und schob mich an Mike Conway, Giorgio Pantano und Karun Chandhok vorbei - in einem Rutsch."

"Danach hatte ich mit meinem ersten Reifensatz ein bisschen Schwierigkeiten, aber das Team holte mich zum richtigen Zeitpunkt an die Box und mit dem zweiten Satz war die Balance viel besser. Im zweiten Stint konzentrierte ich mich nur noch darauf, das Auto und die Reifen zu schonen. Heute war einer dieser Tage, an denen man das Maximum aus einem Rennen herausholen muss. Das ist mir glaube ich gelungen", so der 24-Jährige.

Teamchef Paul Jackson sprach von einer "unglaublich reifen" Fahrt seines Schützlings: "Viele sind heute unter Druck zerbrochen, aber Bruno hat einen kühlen Kopf bewahrt und hat alles aus dem Auto und den Umständen herausgeholt. Und er hat bewiesen, was wir schon seit Saisonbeginn wissen: dass er definitiv das Zeug für die Formel 1 hat", lobte der 'Motorsport-Total.com'-Kolumnist seine Nummer eins.

Katerstimmung bei Racing Engineering

Giorgio Pantano
Giorgio Pantano büßte in der Meisterschaft heute sechs Punkte ein
© GP2

Bei Racing Engineering war die Stimmung heute natürlich weit weniger optimistisch, auch wenn Pantano noch immer komfortabel in Führung ist und diese selbst unter den schlimmsten Umständen frühestens nach der Sommerpause in Valencia verlieren kann. Und noch etwas spricht im Titelkampf mit Senna für den Italiener: Bei seinen beiden Heimrennen in Monza, wo dieses Jahr das Saisonfinale steigt, war er bisher immer eine Klasse für sich.

Heute wurde er jedoch von Grosjean gestoppt, der nach einem Ausritt just vor seiner Nase zurück auf die Strecke fuhr: "Ich hatte einen guten Start und kam nach vorne. Ich überholte Grosjean, als er einen Fehler machte, aber er traf mich von hinten und schob mich in einen Dreher. Dadurch fiel ich ans Ende des Feldes zurück. Ich gab noch alles, aber mehr war einfach nicht mehr drin", seufzte der 14. des Hauptrennens.