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Massa über seinen "grausamen Ungarn-Albtraum"

06. August 2008 - 16:03 Uhr

Felipe Massa trauert zwar den zehn verlorenen WM-Punkten hinterher, sieht nach Ungarn aber auch ein paar positive Dinge: "Wir haben Stärke gezeigt"

Felipe Massa Ungarn Ausfall
Das Entsetzen von Felipe Massa nach seinem Ausfall am Hungaroring
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Felipe Massa verdaut die Ereignisse seines Ungarn-Rennens gerade zu Hause im brasilianischen Sao Paolo. Obwohl er den Rennsonntag am liebsten aus seinem Gedächtnis streichen würde, weiß er gleichzeitig auch, dass er auf dem Hungaroring eines der besten seiner bisher 98 Formel-1-Rennen ablieferte - auch wenn Sieg Nummer neun noch ein wenig warten muss.

"Das war schon eine Schande, denn das Team und ich hätten diesen Erfolg verdient gehabt", erklärte der Ferrari-Pilot. "In einem sehr wichtigen Moment der Meisterschaft hatten wir ein perfektes Rennen. Aber leider haben wir die schon sicher geglaubten zehn Punkte aus den Händen gegeben."

Neben dem Fakt eines nahezu perfekten Rennens fand Massa in zwei weiteren Dingen Trost: "Lewis hat auch nicht gewonnnen, das beruhigt mich mit einem Blick auf die Gesamtwertung schon etwas." Und: "Wir haben zwar zehn Punkte verloren, doch zumindest haben wir unsere Stärke demonstriert."

Der Start als entscheidender Moment

Start Ungarn Hamilton Massa
Kurve eins in Ungarn: Felipe Massa (re.) gewann das entscheidende Duell
© xpb.cc

Den Grundstein hierzu legte Massa am Start: "Das war der entscheidende Moment. Ich habe darüber vor dem Rennen viel mit meinen Ingenieuren gesprochen. Ich wusste, dass ich Dank unseres Startsystems einen guten Start haben konnte. Ich habe damit gerechnet, dass ich Kovalainen überholen können würde, denn meine saubere Seite der Strecke war ein Vorteil."

"Vor dem Start haben wir auch darüber nachgedacht, wie wir Hamilton schnappen könnten und der einzige Weg dazu war ein guter Start. Als ich dann Kovalainen überholt hatte, habe ich mein Auto hinter dem anderen McLaren platziert. Als er mich kommen sah, ging er sofort nach innen, um sich zu verteidigen. Da wusste ich, dass dies der entscheidende Moment für einen Überholversuch sein würde."

Das Bremsmanöver kam in letzter Sekunde und Massa nahm sogar blockierende Räder in Kauf: "Ich dachte, dass ich es vielleicht nicht schaffen würde, aber dann bekamen die Räder wieder Grip und ich bekam die Kurve. Meine Beschleunigung war besser als die von Hamilton und ich lag vorne."

Keine Entschuldigungen mehr

Felipe Massa
Felipe Massa erholt sich zu Hause in Sao Paolo von seinem Ungarn-Schreck
© xpb.cc

Nach drei bis vier Runden hatte sich auch der leichte Bremsplatten aus den Vorderrädern entfernt, und "von da ab hatte ich einen sehr guten Rhythmus." Hamiltons Reifenproblem machte Massa das Leben dann leicht: "Ich konnte langsamer fahren, denn ich lag 23 Sekunden vor Heikki. Ich machte mir keine Sorgen, ich konnte jede Pace gehen, die ich wollte. Auch mit den superweichen Reifen gab es keinen Ärger, denn ich musste nicht ans Limit."

Doch dann schlug plötzlich und unerwartet das Motorenschicksal zu: "Das war ein Albtraum und ich wollte aufwachen. Ich konnte aber nicht aufwachen, denn ich war ja wach. Das war eine unglaubliche Enttäuschung, dieser Sport kann richtig grausam sein."

So bleibt als Fazit die Tatsache, dass Ferrari - zumindest im Fall Massa - die Probleme aus Silverstone und Hockenheim in den Griff bekommen hat. "Das ist für die verbleibenden Rennen gut. Aber wir müssen so schnell wie in Budapest sein und unsere Zuverlässigkeit verbessern. Bestimmte Fehler dürfen sich nicht wiederholen, wir haben keine Entschuldigungen mehr."