Franz Tost erklärt: Warum McLaren keine Nummer 1 festlegen kann

Müsste sich McLaren in der Formel-1-Saison 2025 auf einen Fahrer konzentrieren? Ex-Teamchef Franz Tost erklärt, weshalb er genau das nicht tun würde ...

(Motorsport-Total.com) - Nur ein Fahrer kann Weltmeister werden in der Formel 1. Deshalb steht McLaren in der Saison 2025 womöglich vor einem großen Problem, weil sich das teaminterne Duell zwischen Lando Norris und Oscar Piastri zu einem WM-Titelkampf entwickeln könnte - mit etlichen unerwünschten Begleiterscheinungen.

Titel-Bild zur News: Oscar Piastri und sein McLaren-Teamkollege Lando Norris in der Saison 2025

Oscar Piastri und sein McLaren-Teamkollege Lando Norris in der Saison 2025 Zoom

Wäre McLaren also gut beraten, einen Fahrer zur Nummer 1 zu machen? Der frühere Formel-1-Teamchef Franz Tost glaubt das nicht. Er meint bei Backstage Boxengasse: "Nein, denn wenn du zwei von dem Kaliber hast, kannst du keine klare Nummer eins machen, weil dann wird der andere degradiert und das wird er nicht akzeptieren."

Konkret hält Tost Piastri für "den Nachwuchsstar schlechthin" in der Formel 1. "Denn seine Leistungen sind sensationell. Er fährt jetzt seine dritte Saison und hat schon in den vergangenen beiden Jahren supergute Leistungen gezeigt. Er wird immer noch reifer, noch erfahrener, und er wird Lando das Leben sehr, sehr schwer machen."

Das liege daran, dass Piastri über den besseren "natürlichen Speed" verfüge, sagt Tost. "Norris hat zwar mehr Erfahrung und kann das im Rennen teilweise noch durch ein besseres Reifenmanagement umsetzen, aber ob ihm das während der ganzen Saison gelingt, weiß ich nicht."

Deshalb würde er es als Teamchef darauf ankommen lassen und beiden McLaren-Fahrern "freie Fahrt geben", erklärt Tost. "Sonst killst du einen."

Für einen Teamchef hat nur ein Titel Priorität

Und ein Formel-1-Team, das um Titel kämpfen wolle, sei nun einmal auf beide Fahrer angewiesen. Denn es habe vor allem kommerzielle Ziele im Blick, sagt Tost: "Mir als Teamchef ist wurscht, wer von beiden die Weltmeisterschaft gewinnt. Ich interessiere mich als Teamchef nur für die Konstrukteurs-WM." Und je nach Platzierung in der Konstrukteurswertung schüttet die Formel 1 das Preisgeld an die einzelnen Teams aus.

Wie viel genau die einzelnen Positionen in der WM-Tabelle wert sind, das ist im Concorde-Agreement zwischen Automobil-Weltverband (FIA), Formel 1 und den Teams hinterlegt. Schätzungen zufolge belaufen sich die Summen auf zwei- bis dreistellige Millionenbeträge und selbst das Schlusslicht in der Konstrukteurswertung geht bei Weitem nicht leer aus.

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